StartseiteDie Kelten> Erinnern Sie sich noch an Ihren Geschichtsunterricht?

Der Unterschied zwischen Kelten und Galliern

Die Bezeichnung „Kelten“ erscheint erstmalig bei griechischen Autoren, die später auch den Begriff „Galater“ verwendeten.
Die Römer ihrerseits bezeichneten diese Volksstämme als „die Gallier“. Diese Bezeichnung hat auch eine bestimmte Region geprägt, die geographisch begrenzt wurde durch den Atlantischen Ozean, die Cevennen und den Rhein: „Gallien“.
Kelten, Galater und Gallier haben demzufolge ihre Wurzeln in einer gemeinsamen keltischen Zivilisation.

Mit den Kelten sind immer noch bestimmte Klischeevorstellungen verbunden

Nachfolgend einige Beispiele unter vielen…

Fern vom Lebensstandard der Römer und Griechen

„Die Kelten, ein schmutziges, wildes, unwissendes und zänkisches Volk mit schlechten Kriegern, grölend und undiszipliniert“.

Lange hat man die Kelten dafür verachtet, dass sie keine bedeutenden Bauwerke aus Stein geschaffen haben, kein eigenständiges Alphabet entwickelten und nicht im Stande waren, ein geeintes Reich zu begründen.

Seit der Antike bis zur Neuzeit galten die Zivilisationen des Mittelmeerraums (Ägypten, Griechenland, Rom) als beispielhaft für moderne Staatswesen, wohingegen sämtliche übrigen Völker als „Barbaren“ bezeichnet wurden. Nicht selten trugen schriftliche Quellen aus der Renaissance bis zur Neuzeit dazu bei, das wenig schmeichelhafte Bild der Kelten noch zu verstärken oder falsch zu interpretieren, das zumeist aus der Feder griechischer oder antiker römischer Schriftsteller stammte, die oft voreingenommen und schlecht informiert waren.

Diese Verachtung beruhte größtenteils auf Unwissenheit: Ein detailliertes Studium der keltischen Kultur wird dadurch erschwert, dass seinerzeit das Wissen hauptsächlich mündlich überliefert wurde und von den ehemals hauptsächlich aus Holz und Lehm errichteten Bauten nur wenige Fundstätten erhalten sind.
Die wenigen Fundobjekte, die von der keltischen Zivilisation erhalten geblieben sind, genügen jedoch, uns von dem Gegenteil zu überzeugen. Das Beispiel dieser Zierscheibe aus durchbrochener Bronze, geometrisch klar strukturiert und wie mit dem Zirkel entworfen, eröffnet uns eine ungeahnt komplexe Welt, die auf eine hochentwickelte Kultur verweist.

Aufgerichtete Menhire

Zur Zeit der Kelten waren diese Megalithen sehr wohl vorhanden, ihre Verwendung geht jedoch nicht auf das keltische Brauchtum zurück.

Es war Strabon, ein Geograph aus dem antiken Griechenland, der erstmalig über das Vorhandensein „großer Steine“ und „druidischer Monumente“ in den gallischen Wäldern berichtete. Somit hat man seit der Antike die Megalithen aus der Jungsteinzeit (die „Menhire“ und „Dolmen“, die aus der Epoche von 6000 bis 2000 vor Christus datieren) mit keltischen Riten in Verbindung gebracht, die tatsächlich aber erst einige Jahrhunderte später praktiziert wurden.

Dieses Missverständnis lebt mitunter noch heute fort aufgrund der Tatsache, dass man Dolmen und Menhire hauptsächlich in der Bretagne und in England findet; diese Länder verbindet man gemeinhin gerne mit den Kelten.

Wildschweine auf dem Speiseplan

Die Kelten waren in erster Linie Ackerbauern und Viehzüchter. Sie züchteten hauptsächlich Tiere, die wir auch aus der Tier- und Viehzucht der Gegenwart kennen: Kühe, Schweine, Ziegen, Schafe, Pferde, Hühner und Hunde. Die Jagd leistete lediglich einen geringen Beitrag zur täglichen Ernährung oder galt sogar als Sport und Wild war selten auf dem gallischen Speiseplan zu finden, auch wenn Obelix hier nicht zustimmen dürfte! Das Wildschwein hat jedoch einen wichtigen Platz in der Vorstellungswelt der Kelten. Es symbolisiert Kraft und Kampfgeist.

Das keltische Erbe

Ihr Erbe findet sich auch heute noch in vielen Aspekten unseres täglichen Lebens, wie nachfolgend erläutert:

In der französischen Sprache…

mit den geläufigen Ausdrücken wie „chemin“ (Weg), „char“ (Wagen), „mouton“ (Schaf), „ardoise“ (Schiefer), „alouette“ (Lerche), etc. und zahlreichen weiteren Pflanzen- und Tiernamen.

In der Toponymie und der Hydronomie, also in der Bezeichnung von Ortschaften und Flüssen…

ainsi, par exemple, Trèves, Paris, Reims, Milan, Tongres doivent leur nom à la langue celtique, mais aussi un nombre insoupçonné de lieux-dits de nos villages.

Der keltische Einfluss wird auch in Ausführungen technischer Natur deutlich…

wie beispielsweise „le tonneau“ (das Fass), „le savon“ (die Seife), „le tamis“ (das Sieb), „le matelas“ (die Matratze/Dämmatte), „le manteau à capuchon“ (der Kapuzenmantel). Selbst die Anwendung und Verbreitung neuartiger Werkzeuge und Techniken der Stahlindustrie unserer Region hat einen keltischen Ursprung. Dies ist übrigens auch der Grund, weshalb diese Epoche als „Eisenzeit“ bezeichnet wird. Zahlreiche Gegenstände aus Eisen, die wir auch heute noch häufig nutzen, datieren aus dieser Epoche.

Der keltische Niederschlag findet sich auch in zahlreichen Mythen und Legenden…

einschließlich jener von König Artus und den Rittern der Tafelrunde, Merlin, Melusine, Tristan und Isolde.

Und auch in den Feiertagen wie Allerheiligen…

Allerseelen oder auch Halloween; die beiden erstgenannten Feiertage sind das Ergebnis der Christianisierung des keltischen Festes Samhain oder Samonios, wobei Halloween dessen späte und amerikanisierte Umsetzung darstellt.

Der keltische Einfluss wird auch in der europäischen Kunst spürbar…

keltische Muster in ihrer originalen Ausprägung, in stilisierter Form oder phantasievoll abgewandelt und insbesondere keltische Zierranken und Flechtwerke haben die Künstler des Mittelalters bis zur Gegenwart nachhaltig beeinflusst.

Der gallische Hahn

Durch eine Ironie der Geschichte und aufgrund eines lateinischen Wortspiels wird dieses Tier bis heute mit dem keltischen Volksstamm assoziiert. „Gallus“ bedeutet im Lateinischen sowohl „Hahn“ als auch „gallisch“.