> Die Kelten > Vorgefasste Meinungen
-
Die Kelten : « Barbaren » ohne Bildung ?
-
Seit der Renaissance wurden vor allem die Zivilisationen des Mittelmeerraumes (Römer, Griechen, Ägypter) als Vorzeigekulturen gewertet, alle anderen qualifizierte man als « Barbaren ». So unterschätzte man auch lange Zeit die Kelten, die keine steinernen Bauten hinterließen, keine eigene Schriftsprache aufzuweisen hatten (die Überlieferung erfolgte mündlich, von Generation zu Generation) und über keine geeinten Staatsstrukturen verfügten.
-
Die Kelten – armselige Krieger, Schreihälse und Disziplinlose?
-
Dieses zähe Vorurteil stammt aus den römischen Schriften. Tatsächlich hat sich das römische Reich mehrfach kriegerisch mit den Keltenvölkern auseinander setzen müssen. Daraus resultiert eine erniedrigende und stark karikierte Darstellung der Kelten in der lateinischen Literatur. Die Liste der keltischen Siege in großen Auseinandersetzungen und die Dimensionen ihres Territoriums auf der europäischen Landkarte belegen jedoch das Gegenteil und vor allem die Qualität ihrer militärischen Operationen.
-
Die Druiden: blutrünstige Priester oder missverstandene Philosophen ?
-
Die Druiden bildeten die intellektuelle Elite der keltischen Gesellschaft. Sie bestimmten nicht nur die religiösen Rituale, sondern kümmerten sich auch um die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen, waren Scheidrichter im Fall von stammesinternen Konflikten, regelten Nachlassfragen und verwalteten die Kataster sowie öffentliche und private Vermögen. Andere Druiden wiederum übernahmen die Rollen von Astronomen, Ärzten, Wahrsagern, Zauberern, Botschaftern, politischen Beratern usw.
Lange Zeit wurden sie vor allem als blutrünstige Priesterkaste betrachtet, die dem Menschenopfer frönte. Tatsächlich könnten in Begräbnisstätten aufgefundene menschliche Überreste diese Interpretation untermauern, doch muss man hier differenzieren und nuancieren: Tatsächlich maßen die Kelten dem menschlichen Haupt als Sitz der menschlichen Wertvorstellungen eine große Bedeutung bei. Daher kam es auch häufig zu postmortalen Enthauptungen, mit dem Ziele die Köpfe der Ahnen oder auch bedeutender Feinde zu bewahren.
-
Keine keltischen Menhire !
-
Der griechische Geograph Strabon berichtete über « große Steine » und « Monumente der Druiden » in den gallischen Wäldern. Auf diese Weise kam es zu einer Vermischung bzw. Verwechslung mit den neolithischen Megalithen (Menhire und Dolmen, zwischen 6.000 und 2.000 vor Christus), währen die keltischen Riten wesentlich jünger sind.
-
Der gallische Hahn ?
-
Die Zuordnung des Hahns zum keltischen Volk basiert lediglich auf einem Wortspiel bzw. der Tatsache, dass das lateinische Wort „gallus“ sowohl mit „Hahn“ als auch mit „Gallier“, also „Kelte“ übersetzt wird.